Manchmal gibt es sie, die Platten bei denen man sich komplett unerwartet schon beim ersten Hören verliebt. So geschehen bei „New Love“, der mittlerweile dritten Platte der queeren Indie-Ikone Allison Weiss.
Gleich eingangs, wer jetzt wieder eine Platte erwartet, die sich in eine Schublade zwischen Indie, Folk, Punk und Pop stecken lässt wird mit Sicherheit enttäuscht werden, stattdessen gibt es auf New Love flächigen, synthielastigen Indiepop zu hören. Dass das alles andere als schlecht ist, zeigt sich schon im Opener The Sound, leise synthies im Hintergrund, eine dezente Gitarre und Weiss, die gleich mal klarstellt „I’m a sucker for an aching heart/ Gotta suffer for the sake of art“. Doch auch die anderen Songs müssen sich nicht verstecken, wobei mein persönlicher Favorit das schon vorab veröffentlichte Golden Coast ist, hier treffen dezentes Schlagzeug und Gitarre auf sphärische Synthies und der Chorus ist geradezu hymnisch. Auch sehr gut gefällt das absolut minimalistisch gehaltene vom Beat getragene Counting Down, doch auch die anderen Songs auf New Love müssen sich nicht verstecken.
Fazit: Wie schon bei Hyperview von Title Fight werden diejenigen, die erwarten, dass Musiker_innen sich ein Beispiel an Bad Religion nehmen und alle Paar Jahre mal wieder eine ähnlich klingende Platte rausbringen, ziemlich enttäuscht sein. Alle anderen, die noch dazu eine gewisse Affinität zu Indiepop mitbringen finden in New Love eine großartige, melancholische Platte, die sie mit Sicherheit gut durch Herbst und Winter bringen wird.