Mörser – V

Den Titel „V“ kann ich zwar nirgends auf dem Cover entdecken, aber er wurde mir so aufgegeben; ich vermute mal, es handelt sich um das fünfte Album der Bremer Krachmacher, das würde für mich jedenfalls den Titel erklären. Zum ersten Mal von Mörser gehört habe ich vor ca. 8 Jahren, das war ein Interview im Trust, wenn ich mich nicht irre. Daraufhin habe ich mir auch ein Album von ihnen (mit einem Titel kann ich gerade leider nicht dienen) auch einige Male angehört; für mich war das extremer Krach, der aber von einer beeindruckenden spielerischen Präzision geprägt war.

Seither hat sich für meine Ohren nicht allzu viel getan; damit will ich der Band keine Weiterentwicklung absprechen, sondern einfach nur betonen, dass das Genre, dass sie bedienen (im weitesten Sinne wohl Grindcore) nicht zu meinem Täglichbrot gehört. Spielerisch ist das beizeiten beeindruckend, das Tempo ist meist atemberaubend und dass hier gleich 4 Sänger am Werk sind, würde ich als schieren Irrsinn bezeichnen. Die Stimmen schwanken zwischen kehligem Krächzen und gutturalem Gesang, verständlichen, klaren Gesang sucht man allerdings vergebens. Schade ist in dem Zusammenhang auch, dass die Bookletgestaltung keinerlei Leer- oder Satzzeichen in die Texte eingebaut hat und diese somit unlesbar sind; es lässt sich aber in jedem Fall sagen, dass hier eher nicht die Sonnenseiten des Lebens beleuchtet werden. Apropos Artwork… das Cover besteht ausschließlich aus weißen Buchstaben auf schwarzem Grund, die wie ein „Wortsuchrätsel“ (es gibt bestimmt einen Fachnamen) aufgebaut sind. Der Bandname ist hierbei fett hervorgehoben und in dem Buchstabengewirr verstecken sich auch noch einige andere echte Wörter, darunter passende Beschreibungen des Klangbilds wie „Abrissbirne“ oder „Gleich ist hier Achterbahn“; auch der Heimat wird gehuldigt, neben „Bremen“ findet sich auch noch die in der Stadt allseits bekannte „Gesche Gottfried“ wieder. Die Idee ist schon ziemlich genial und sowas habe ich bisher auch noch nicht gesehen.

13 Mal gibt es hier feine Kost für den Kenner, die für Genrefremde wohl ausgesprochen schwer verdaulich sein dürfte. Eignet sich hervorragend, um Häuser niederzureißen oder gleich ganze Städte in Schutt und Asche zu legen.

 
Anspieltipp

  • Of Grenades

 
Details

  • Band: Mörser
  • Titel: V
  • Label: Speck Flag
  • Erscheinungsdatum: Februar 2015

 



Dieser Beitrag wurde am von Dennis veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags:






Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Alte Sau Anti Flag Barb Wire Dolls Beatsteaks Cancer Carl Bârat Deadly Sins Disco Ensemble Donots Dropkick Murphys Eastfield Egotronic Ein Gutes Pferd Feine Sahne Fischfilet Flogging Molly Garden Gang Get Dead Grape Harry Gump Hounds & Harlots Illegale Farben Irish Handcuffs Itchy Poopzkid Justin Sane KMPFSPRT Koeter Kotzreiz Love A Misconduct Mr. Irish Bastard Neon Bone No Fun Pascow Peppone Radio Havanna Rantanplan Raptus Rather Raccoon Schluss mit Lustik Schrappmesser Selling Our Weaknesses Stereo Dynamite Talco Templeton Pek Terrorgruppe The Baboon Show The Offenders The Prosecution The Scandals The Sensitives The Sounds The Toten Crackhuren Im Kofferraum The Uprising TV Smith Voodoo Healers