Pascow – Diene der Party

„Verliebt und verloren in einem Namen. Merkel-Jugend werd ich sagen“

Pascow machen irgendwie nie etwas falsch. Ob es die Band wohl langweilt in fast allen Besprechungen komplett abgefeiert zu werden? Wenn ja, tut mir Leid, ich muss es leider genauso tun. Von Pascow bin ich tatsächlich so was wie „Fan“, habe alle Platten, was noch keine Kunst ist, aber wirklich alle auch oft und ausgiebig gehört. Von der ersten an, ach damals, da wird man ja fast sentimental. Ich werde nicht nachforschen wann die erstmals CD rausgekommen ist. Ich tippe auf 2003 und werde damit +/- ein Jahr wohl richtig liegen. Die Band ist von Album zu Album immer besser geworden, so auch hier wieder. Was sich möglichweise etwas verändert hat, sind die Texte. Die wirklich irgendwie klarer formuliert sind, als auf den letzten beiden LPs. Weniger verklausuliert, also vielmehr direkt die Themen benannt. Oft kurz und schmerzlos. Hingehen, machen, wieder weggehen. Themen sind die Terror-Zellen von Zwickau bis Erwachsenwerden. Von Nestlé und der Kritik die man noch hat. „Denn die Zeit, die mir fehlt, ist das Geld, das ich krieg“. (Vergleiche Blumfeld: „Die Angst die du fühlst, ist das Geld das dir fehlt“). Hochmelodischer Punkrock, Texte an der Schwelle zum Erwachsen werden. Und jetzt sage ich noch das, was ich nach jeder Pascow Platte bisher gedacht habe: „Das können die jetzt echt mal nicht mehr toppen“. Ich lasse mich aber gerne wieder und wieder überraschen.

 

 
Fast schon off-Topic.

Im Lied „Lettre Noir“ heißt es:

Weiß ist der Himmel, rot die Erde,
Das Gold des Schäfers ist seine Herde.
Die Hölle näht fast alle Fahnen,
auch die, die sie zum Echo tragen.
Es bleibt ein Tölpel, wie er hetzt,
wenn man den Pathos übersetzt.
Versprechen, Absicht, Reden, Sagen,
was du am Ende schmeckst, sind Taten.

Doch irgendwas ist schiefgegangen,
in der Minute bis hierhin.
Sprich leise, Alex, leise!
Über Ekel aus Tirol
wollt’ ich niemals singen.

Hat alles vorher nichts gebracht?
Dann zieh dich hoch am Fahnenmast.
Woanders hat’s auch funktioniert,
Frankfurter Klöpse, unrasiert.
Wald und Wiesen, Berg und Tal,
allen Vier seid ihr egal.
Weil Dummheit dann gefährlich ist,
wenn sie für dich von Heimat spricht.

Doch irgendwas ist schiefgegangen,
in den zwei Minuten bis hierhin.
Sprich leise, Alex, leise!
Über Ekel aus Tirol
wollt ich niemals singen.

Doch irgendwas ist schiefgegangen,
in den zweieinhalb Minuten bis hierhin.
Sprich leise, Alex, leise!
Über Blödsinn aus Tirol
werd’ ich nie mehr singen.
 

Ich finde dies eine der besten Herangehensweisen an diese blöhde Thema die sich überhaupt denken lässt. Die Turbostaat und Jupiter Jones Songs zum selben Thema finde ich gelungen. Dies hier ist besser. Das Egotronic Stück dazu finde ich etwas zu dissig, bzw. zu zurückschlagend. Aber immer noch okay bis gut. Dann wäre das noch das Lied von COR die Peter Maffay und Kollegen besingen und diese bitten mal wieder ein neues Deutschrock Ding zu starten. Als Gegenentwurf. Nun. Neulich habe ich im Boulevard gelesen, dass sich aber eben leider besagter Peter Maffay Lieder von Stefan Weidner (von dieser anderen Band) unter Pseudonym hat schreiben lassen. Wenn das stimmt, hat sich die COR Version leider selber überholt. Da können jetzt speziell COR nichts zu, aber es ist wie es ist.

 
Details

  • Band: Pascow
  • Titel: Diene der Party LP/CD
  • Label: Rookie Records/Kidnap
  • Veröffentlichung: 28.02.2014
  • Webseite: www.pascow.de

 



Dieser Beitrag wurde am von Dorsch veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags:






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