Es leben die 80er: poppig und elektronisch = Elektropopp?

Das Album Rosso, der Osloer Band King Midas mischt entspannte Klänge mit einer Prise Elektro-Pop. Die dominante Stimme des Sängers mit den flankierenden Synthesizern erinnert an die 80er-Jahre. In den Songs „Colorsound“, „You Know my Name“ und „Snow“ fühlt man das deutlich. Beim ersten Hören blitzt kurz der Sound von Popgrößen wie Duran Duran, The Cure und Boy George in meinem Geist auf. Vergleichen kann man diese Bands mit King Midas nicht direkt, man erkennt in Rosso aber musikalische Gemeinsamkeiten: Die Syntheziser, die Rythmen und die melancholische Stimme des Sängers zeigen deutlich den 80er-Jahre-Einfluss. Dieser prägt das gesamte Album.

Die Platte kann aber auch anders: Das Stück „On the Way to Luton“ ist lang, instrumentale und wirkt dunkel. Auch der Song „King“ fällt auf: Ein 5 Minuten-Instrumental, das Saxophon-Solos mit einem schnellen Elektro-Grundrythmus verbindet. Das Stück „Cy“ schließt sich an den schnellen Rhythmus an und bildet einen Kontrast zu der insgesamt ruhigen Stimmung des Albums.Bei dem Stück „Leaving Biarritz“ wird es eine Spur rockiger. Eine verzerrte E-Gitarre wird an die Seite der Popmelodie gestellt. Dort zeigt der Leadsänger auch was in seiner Stimme steckt.Das Album kann man gut durchhören, alle Songs greifen ineinander und plätschern entspannt vor sich hin.

Die Lyrics zeigen größtenteils dunkle Stimmungen und Verlustängste. Nachtstimmung taucht in vielen Liedern auf. Diese dunkle Stimmung findet man in den Songs „ColorSound“, „You Know My Name“, und „On the Way to Luton“. Die Texte passen zu dem melancholischen Pop. Eine textliche Besonderheit bietet „Leaving Biarritz“: Das Stück überzeugt durch textlichen Minimalismus und viele Zwei-Wort-Sätze.

Wer die 80er mag, der wird Rosso mögen. Melodischer Elektropop mit Synthesizer-Flair, der mit elektronischen Instrumentals kombiniert wird. Wer sich damit identifizieren kann, sollte in Rosso mal anhören.
 
Reinhören

  • You Know my Name
  • Leaving Biarritz
  • CY

 
Stephan ist Fotograf und Blogger und schreibt unregelmäßig für TrueTrash. Seine Werke sind unter portrait-foto-kunst.de zu finden.
 



Dieser Beitrag wurde am von Stephan veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags:






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