Das Artwork, das uns die Wiener Recken der Spider Crew hier auftischen, ist schon harter Tobak. Vorne gibt es einen Panzer und auf der Bookletrückseite prangt nicht nur ein Eisernes Kreuz, sondern es ist auch ein Erschießungskommando zu sehen. Dass das für den ein oder anderen verstörend wirken könnte, war den Jungs wohl auch bewusst, sodass auf der Bookletrückseite außerdem geschrieben steht „Dedicated to the countless victims who died and suffered in the wars of this world“. Und wer es dann immer noch nicht verstanden hat, darf sich auch noch das Backcover anschauen, auf dem es unmissverständlich heißt „Death To Fascism // Freedom To The People!“.
Der Promozettel schreibt von einer Mixtur aus Hardcore und Streetpunk, ich habe die Band seit jeher gedanklich unter „Skinhead-Hardcore“ verbucht, was aber vermutlich dasselbe meint. Neben vier brandneuen Stücken gibt es noch vier neuaufgenommene, alte Songs (u.a. die Hymne „Vienna Riot“), sodass dieses Mini-Album es auf knapp 20 Minuten Spielzeit bringt.
Fans von Agnostic Front oder auch (sehr frühen) Discipline kommen hier voll auf ihre Kosten, es wird für fette Gang-Shouts gelegentlich das Tempo gedrosselt, in allzu neumodische Metal-Core-Gefilde rutscht man dabei glücklicherweise nicht ab. Genretypisch gibt es mehr „fucks“ in den Texten, als unbedingt notwendig, inhaltlich gibt es Durchhalteparolen, Abrechnungen, den Ruf nach „Punks and Skins United“ und eine Hymne an die Eltern und Großeltern (ein auf jeden Fall nicht gerade oft durchgekautes Thema) ist auch dabei.
Der Vienna-Style Hardcore schielt schon ordentlich in Richtung NYC, aber das ist ja alles andere als ein schlechter Ansatz für eine Hardcore-Scheibe. Das Rad wird hier zwar nicht neu erfunden, aber Laune macht das Ding schon.
Anspieltipps
- Too old to die young
- Vienna Riot
- Through their veins (der Basslauf ist genial!)
Details
- Band: Spider Crew
- Titel: Too Old To Die Young
- Label: WTF Records
- Erscheinungsdatum: 2014