Rückblick: Open Air am Berg in Eichstätt 2015

The Baboon Show

Zum mittlerweile 23. Mal fand, wie jedes Jahr am Pfingstwochenende, das Open Air am Berg in Eichstätt statt, eines der größten ehrenamtlich organisierten Festivals Bayerns. Zum Selbstverständnis findet sich auf der Homepage folgender Text:

“Von Anfang an hat sich das Open Air am Berg an den Besucher/innen, ihren Interessen, ihren Möglichkeiten und nicht zuletzt an den finanziellen Grenzen orientiert. Nicht Gewinnmaximierung, sondern das kulturelle Ereignis steht im Vordergrund. Um dieses Ziel zu erreichen wird konsequent auf ehrenamtliche Arbeit und vor allem auf Selbstständigkeit Wert gelegt. Nicht nur die Musikauswahl wird von den Veranstaltern abgedeckt, sondern auch der Bereich Essen und Trinken wird selbst organisiert und durchgeführt. Das Musikprogramm stellt eine bunte Mischung durch das Schaffen verschiedener Stile und Kulturen dar. Der Eintrittspreis liegt deutlich unter dem vergleichbarer Festivals.“

Doch trotz der unkomerziellen Herangehensweise konnten Headliner wie Madsen, H-Blockx und The Baboon Show verpflichtet werden – doch auch das restliche Programm konnte sich sehen lassen. Eine der am besten angekommenen Überraschungen waren Jinjer, eine ukrainische Metalband, die vom Publikum trotz des geringen Bekanntheitsgrades erstaunlich gut angenommen wurde. Gleichzeitig war der erste Metalblock auch beendet und die erste Band die ich sehen wollte, The Baboon Show, kamen auf die Bühne und gaben eine einstündiges äußerst straightes Punkrock-Konzert zum besten.

Danach kam mit Kataklysm der nächste Headliner auf die Bühne, für mich Grund genug nach ein paar Fotos und zwei Songs auf den Zeltplatz zu verschwinden, Metal und ich werden wohl so schnell keine Freunde. Danach spielten die Franzosen von Babylon Circus, die das Publikum mit einer Mischung aus Reggae und Ska zum Tanzen brachten, abgelöst wurden sie von den Italienern Redska, die um Ein Uhr die Hauptbühne schlossen und dann von einer Elektroparty abgelöst wurden.

Für mich ging der Samstag dann mit Tir Nan Og aus Eichstätt los, zu hören gab es hier akustischen Irish Folk mit relativ schnellem Schlagzeug und einer leicht peinlichen, vermeidbaren, stereotypisierten Rapeinlage bei einem Cover von Donald where’s your Troosers. Abgelöst wurden sie von The Sheen, die straighten Punkrock auf die Bühne brachten, danach gab es Female-fronted Punk mit Besserbitch aus Schweden, die eine erstaunliche Spielfreude und Energie an den Tag legten. Mit den Abstürzenden Brieftauben kam auch eine relativ alte Funkpunk Band, wobei sie sich die Reunion meiner Meinung nach auch hätten sparen können. Danach gab es mit Rogers nochmal deutschsprachigen Punkrock, dieses mal aber musikalisch und textlich auch wirklich guten. Weiter ging es mit einem meiner persönlichen Highlights, Fiva MC und Band aus München. Hier gab es sehr entspannten, etwas poppigen, intelligenten HipHop, wobei die sehr positive Ausstrahlung von Frontfrau Nina Sonnenberg ihr übriges getan hat. Die nächste Band, Caliban, gaben mir wieder Anlass nach dem fotografieren auf den Zeltplatz zu flüchten, wobei auch hier die Resonanz äußerst positiv war. Zu Madsen, den Headlinern des Festivals bin ich auch mit eher kritischer Einstellung gegangen, nachdem die letzte Festivalshow die sie gespielt haben eher weniger überzeugend war, dieses mal war ich jedoch positiv überrascht. Ähnlich voreingenommen bin ich auch dem zweiten Headliner des Abends, H-Blockx, begegnet. Doch war auch hier eher positiv überrascht, dass die Band trotz 25-jährigem Bühnenjubiläum und dem ein oder anderen Stilbruch auch ihre alten Songs so unpeinlich und souverän auf die Bühne bringen konnte. Beendet haben das Festival Sidilarsen aus Frankreich. Hier gab es eine Mischung aus härterer Gitarrenmusik und elektronischen Elementen und eine visuell sehr interessante Bühnenshow, insgesamt also einen mehr als würdigen Abschluss.

Fazit: Tolle, sympathische Orga, abwechslungsreiches, hochwertiges Programm, guter Sound, richtige, saubere Toiletten, mehr als die Veranstalter zu loben ist schwer. Einziger Kritikpunkt, der dem Open Air aber nicht zum Vorwurf gemacht werden kann, ist die gefühlt Jahr für Jahr höher werdende Dichte an grauzoneaffinem Publikum.



Dieser Beitrag wurde am von Lukas veröffentlicht • Kategorie: Konzert Reviews • Tags: , , , , , , , , , , , , ,






Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Adolescents Alte Sau Anti Flag Barb Wire Dolls Cancer Carl Bârat Deadly Sins Disco Ensemble Donots Dropkick Murphys Eastfield Egotronic Ein Gutes Pferd Feine Sahne Fischfilet Flogging Molly Garden Gang Get Dead Grape Harry Gump Hounds & Harlots Illegale Farben Itchy Poopzkid Johnossi Justin Sane KMPFSPRT Koeter Kotzreiz Love A Misconduct Mr. Irish Bastard Neon Bone No Fun Pascow Peppone Radio Havanna Rantanplan Raptus Rather Raccoon Schluss mit Lustik Schrappmesser Selling Our Weaknesses Stereo Dynamite Talco Templeton Pek Terrorgruppe The Baboon Show The Offenders The Prosecution The Scandals The Sensitives The Sounds The Toten Crackhuren Im Kofferraum The Uprising TV Smith Voodoo Healers