Lesetipp: Die Poetry Slam Fibel

Poetry Slam – Gibt es überhaupt noch Leute, die noch nie auf einem Poetry Slam waren, der „Wiederbelebung der Lyrik im 21. Jahrhundert“? 20 Jahre gibt es diese Form der Wortkunst also nun schon. Und zu diesem Jubiläum ist jetzt Die Poetry Slam Fibel entstanden, eine Sammlung unterschiedlicher Texte von den unterschiedlichen Slamerinnen und Slammern. Insgesamt 55 von ihnen sind mit 86 Texten vertreten, zu deren bekanntesten sicherlich Marc-Uwe Kling (der „Känguru-Typ“), Andy Strauß, Bodo Wartke und Sebastian23 gehören dürften.


Im Mittelpunkt steht – was auch sonst – die Sprache, das Handwerkszeug dieser unterschiedlichen Poetinnen und Poeten unter denen sich 17 Deutsche Slam-Champions befinden. Den Leser erwarten die unterschiedlichsten Textgattungen, die wiederspiegeln wie vielfältig Poetry Slam sein kann: Es finden sich sehr kurze Gedichte in Reimform, lautmalerische, rhythmische und fast schon musikalische Texte sowie zahlreiche Kurzgeschichten wieder.

Ob die einzelnen Texte gefallen oder nicht, ist sicherlich Geschmacksache. Von Absurditäten eines Andy Strauß oder Timo Brunke, aber auch nachdenklicheren Texten ist sicherlich für jeden etwas dabei. Allerdings tue ich mir ein wenig schwer mit dem Buch. Sicherlich ist die Sprache das Handwerkszeug der Slamerinnen und Slamer, allerdings – und hierbei wird mir jeder, der schon mal einen Slam besucht hat, zustimmen – lebt der Poetry Slam nicht zuletzt oder gar zu großen Teilen von der Performance der Künstlerinnen und Künstler – und den Reaktionen des Publikums. Und gerade dieser wichtige Faktor kann in einem Buch natürlich nur schwer transportiert werden.

Um ein Beispiel zu geben: Auf dem letzten Poetry Slam auf dem ich war, trat Andy Strauß auf, der mit einigen Texten in diesem Buch vertreten ist. Gerade seine Texte leben extrem von seinen skurrilen Auftritten und können in bloßer Textform nicht dieselben Emotionen auslösen, die man live erlebt.

Ein Stück weit kann man diesem Problem Abhilfe schaffen und so ist es ein schönes Gadget, dass 22 Texte als Audio-Files online nachgehört werden können, vorgetragen von den Poetinnen und Poeten selbst. Dadurch kann die Atmosphäre eines Slams teilweise vermittelt werden.

Alles in allem ist Die Poetry Slam Fibel ein nettes Buch, in das man, auf Grund der Kürze der Geschichten und Gedichte, immer mal wieder hineinschmökern kann. Wer allerdings live nichts mit Poetry Slam anfangen kann, sollte allerdings die Finger davon lassen. Für alle anderen ist dieses Buch ein schöner Zeitvertreib.

 

Details

  • Herausgeber: Bas Böttcher / Wolf Hogekamp
  • Titel: Die Poetry Slam Fibel
  • 14,90 Euro
  • Satyr Verlag
  • ISBN: 978-3-944035-38-3

 



Dieser Beitrag wurde am von Christian veröffentlicht • Kategorie: Sonstiges






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