Auxes – Boys In My Head

Sie haben es nicht verlernt. Das Dreier-Gespann aus Hamburg Auxes weiß immer noch wie es geht. Mit „Boys In My Head“ haben sie nach zwei Jahren wieder ein schönes Stück hervorgebracht. Zwar erinnern Auxes einen hin und wieder an andere Bandprojekte der Jungs wie „Eniac“, „Milemarker“ oder „Kommando Sonne-nmilch“, aber mit diesem Album haben sie es wohl endgültig geschafft aus dem Schatten ihrer Vorgänger heraus zu treten.

Und plötzlich ist man wieder 15, fährt Skateboard und hängt den ganzen Tag im Park ab. Die Musik von Auxes erinnert mich unweigerlich daran, wie ich meine ersten Berührungen mit Post-Punk, Skate-Punk und Indierock gemacht habe. In meinem Kopf sehe ich Kids auf Skateboards und BMX-Rädern die Pipe rauf und runter fahren zu den Klängen dieser herausragenden Band. Man kommt nicht drum herum an einige Sound-verwandte Bands zu denken, wie etwas Adolescents, No Means No, Minutemen oder Hot Snakes. Aber Auxes schaffen es mit Bravur ihren eigenen Weg einzuschlagen.

Wahrlich dominieren die Gitarren den Gesamtsound. Dies tun sie aber ohne aufdringlich oder nervig zu wirken. Zwischen sehr sauberen und cleanen Gitarrensounds und (für viele Menschen nervtötenden) höhenlastigen Effekten wird hier alles verwendet. Und das Ganze gezielt und gut. Die Gitarre quietscht hin und wieder schrill auf, was der ein oder andere Hörer als dissonant und damit „falsch“ bewerten würde, es aber nicht ist. Zur dominanten Gitarre spielt der Bass relativ simple, aber eingängige Lines, die dazu harmonieren. Das Schlagzeug sticht ebenso nicht gerade durch technisch versierte Fills oder irgendwelche Effekte hervor, allerdings durch Sauberkeit und dem (gemeinsamen) Feingefühl für diese Musik. Aus musikalischer Sicht ein sehr cooles Gimmick ist die Temposteigerung zu Beginn bei „I’ve Had Enough“. Definitiv gut umgesetzt. Gesanglich bewegt sich die Stimme von Sänger Dave zwischen Gekeife, stellenweise Geschrei, Singen und Erzählen. Und er harmoniert zum Instrumentalen, obwohl er eine doch sehr höhenlastige Stimme besitzt. Dafür erkennt man diese jedoch wieder.

Was soll man sonst noch großartig über Auxes sagen? Sie schaffen es mit minimalem Aufwand einen großartigen Sound zu fahren, eine fantastische Klangintensität aufzubauen, das Publikum und die Hörer auf ihre Seite zu ziehen und einen Rundumschlag zu verteilen. Und sobald diese Platte in meinem Wohnzimmer läuft, möchte ich doch einfach wieder 15 sein.

 

Anspieltipps

  • To All The Fires
  • Boys In My Head
  • Life In Their Television
  • Dead Dead Eyes

 



Dieser Beitrag wurde am von Anna veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags:






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