Ein Gutes Pferd – Zwischen den Zeilen ist noch Platz

Hach. 2016. Horrorjahr. Bald ist es zu Ende. Wenn ich zum Jahresende in den Newsfeed so schaue hoffe ich nur darauf. Also darauf, dass es mit diesem Jahr zu Ende geht. Aber – immerhin etwas positives bleibt. Punk lebt noch. Oder ist zumindest ein dauerbesoffener grölender Zombie mit einem Dosenbier in der nach 40 Jahren Alkohol-, Zigaretten- und Amphetaminkonsum immer noch nicht abgefaulten Hand. Aber bei all den Jahresrückblicken geht leider etwas unter, dass ja immer noch Platten raus kommen. Zugegebenermaßen bin ich mit Zwischen den Zeilen ist noch Platz, dem Debüt der Berliner Ein Gutes Pferd etwas spät dran, die Platte kam ja schon Anfang November heraus aber sie ist dann doch zu gut um fallen gelassen zu werden.

Um die Referenzenkiste gleich vorwegzunehmen – MuffPotterTurbostaatDuesenjaegerJensRachut – das haben andere ja schon oft genug heruntergebetet. Also – Angepisster, schnodderiger, maritimer Punk mit tendenzieller Emokante. Ein Gutes Pferd sind jetzt auch schon seit ein Paar Jahren unterwegs und wissen auch was sie tun und können das auch ganz gut, mit Blick auf die letzte EP bringt die LP auch wenige Überraschungen. Es bleibt straight, teilweise melodisch, ein wenig sperrig und angenehm kryptisch. Teilweise wäre aber vielleicht etwas weniger Rumpelpunk und dafür ein wenig abwechslungsreichere Rhythmik schön gewesen.

Textlich gibt es dafür aber viel zu finden. Beispiel gefällig?

„Siehst du den Feind?
Und deine Freunde schreien in Frankfurt
Mit den Deutschen auf die Straße,
ach lass das lieber sein“ (Staub)

„Das Bewusstsein für Beschissenheit, dass sich endlich jemand wehrt
gegen all das ungerechte, das nur dir selber widerfährt
Und das Leben ganz solide
Zum Essen gibt das Wein
In gemieteten Gewändern singen sie abends im Verein“
(Fratze)

Insgesamt eine schöne Punkrockplatte, der vielleicht ein Paar Überraschungen gut getan hätten, was aber textlich wieder gutgemacht wird. Und mir Fratze, Schwäne und Scheinwerferaugen sind definitiv auch einige Songs mit Hitpotenzial dabei. Gegen Nazis, Gegen Macker, Gegen Schwäne. Word.

 



Dieser Beitrag wurde am von Lukas veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags:






Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Alte Sau Anti Flag Barb Wire Dolls Beatsteaks Cancer Carl Bârat Deadly Sins Disco Ensemble Donots Dropkick Murphys Eastfield Egotronic Ein Gutes Pferd Feine Sahne Fischfilet Flogging Molly Garden Gang Get Dead Grape Harry Gump Hounds & Harlots Illegale Farben Itchy Poopzkid Johnossi Justin Sane KMPFSPRT Koeter Kotzreiz Love A Misconduct Mr. Irish Bastard Neon Bone No Fun Pascow Peppone Radio Havanna Rantanplan Raptus Rather Raccoon Schluss mit Lustik Schrappmesser Selling Our Weaknesses Stereo Dynamite Talco Templeton Pek Terrorgruppe The Baboon Show The Offenders The Prosecution The Scandals The Sensitives The Sounds The Toten Crackhuren Im Kofferraum The Uprising TV Smith Voodoo Healers