Guano Apes – Proud Like A God XX

Proud Like A God von den Guano Apes ist einer der Songs, der auf keiner Hütten-, Garten- oder Hausparty in meiner frühen Jugend fehlen durfte. Anlässlich des 20jhärhrigen Geburtstages des gleichnamigen Debüts “Proud Like A God”, auf dem der Song als Opener enthalten ist, haben die Göttinger Crossover-Vorreiter eine Neuauflage der Platte veröffentlicht. Allerdings handelt es sich bei der Version 2017 (versehen mit zwei XX als dezenten Hinweis auf die 20-Jahre-Version) nicht um ein klassisches Reissue, bei dem die alten Songs einfach lieblos neu gepresst wurden. Vielmehr finden sich auf der Neuauflage geremixte und geremasterte Songs, wobei sechs (der enthaltenen neun) Songs komplett neu eingespielten wurden und es sich bei dreien um unveröffentlichte Bonustracks handelt. Die ursprünglichen Einflüsse und der 1990er Spirit sind dabei allerdings glücklicherweise nicht verloren gegangen. Gleichwohl sind die Neuausgaben härter und druckvoller. So schafft die Truppe um Frontfrau Sandra Nasic die Transformation ins aktuelle Jahrzehnt.

Für die Neuinterpretation von Proud Like A God hat man sich sogar einen Gast ins Studio eingeladen: Danko Jones (gerne gesehene Festival-Gäste und bekannt von Hits wie “Do You Wanna Rock” oder “Just A Beautiful Day”) durften mitwursteln und versuchen sich an Rap-Passagen, die ein wenig an Gangsta-Rap alter Schule erinnern und dem Song so eine besondere Note und einen einmaligen Touch verliehen

Die übrigen acht Tracks der Scheiben wurden “lediglich” durch die Guano Apes selbst in frische Gewänder gepackt (bzw. geremastert & geremixt). Besonders gut gelungen ist für mich “Crossing The Deadline”. Die Nummer schiebt richtig schön an.

Proud Like A God in der 2017er Auflage ist ein durchdachtes Reissue, das auch für Besitzer des 1997 veröffentlichten Originals durchaus Mehrwert zu bieten weiß. Eignet sich zum Wiederentdecken oder Neuentdecken der Guano Apes.

 

 
Anspieltipps

  • Proud Like A God
  • Crossing The Deadline
  • Precious

 
Details

  • Band: Guano Apes
  • Titel: Proud Like A God XX
  • Label: Sony
  • Veröffentlichung: 6. Oktober 2017

 



Dieser Beitrag wurde am von Fabian veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags:





Eine Antwort auf Guano Apes – Proud Like A God XX


  1. isegal
      am 27.10.2017 um 03:19 Uhr

    Herrje…. Da fragt man sich doch: Hast du a) die Apes damals wirklich gehört, und b) das hier rezensierte Album?

    Denn es fängt damit an, dass der Song natürlich “open your eyes” heisst, und nicht “Proud like a god”, womit sich auch die Gleichnamhaftigkeit erledigt hätte.

    Es stimmt zwar, dass 6 Songs neu eingespielt wurden, 3 gänzlich “neu” sind, doch wird ferner unterschlagen, dass die weiteren 11 Tracks, nicht nur 8, auf dem gesamt 20 Stücke fassenden Silberling ebenfalls neu abgemischt wurden. Das XX ist auch hier der ganze Jägerzaun, mit dem einem da entgegen gewunken wird.

    Die Abmischungen sind sicherlich Geschmacksache, ob dies nun den ursprünglichen Track auf- oder abwertet – dahingestellt.
    Die 2017er-Versionen des Debüts hingegen lassen SEHR viel von dem vermissen, was die Guano Apes und ihr Debüt so großartig machten.

    Die Original-CD klang frech, angepisst, agressiv, rotzig und (was durchaus positiv zu werten ist) “übermotiviert”. Von allem, was gut war bzw. ist, fand man da etwas. Viel vom Grunge, einen Spritzer Rap, einiges aus dem Punk, einen Hauch flotten Metal, und ne derbe Ladung des (seinerzeit brandheißen) Crossover, Alternativ und Nu Metals.
    Scheißegal wie man den Sound letztlich nennen wollte, die Guano Apes hatten ihren durchaus eigenen geschaffen. Irgendwo mitten zwischen Limp Bizkit, den Ramones, Nirvana, No Doubt und den Beastie Boys.

    Ziemlich fett, aber auch kantig, unsauber. Mal harmonisch, in nächsten Moment aber auch schräg wie nichts Gutes.
    Immer aber mit einer gewissen Vorwärts-Attitüde und leichtem Eskalationspotential.

    Und genau dies geht den 2017er Versionen leider verloren.
    Sie sind wesentlich seichter, musikalisch wie stimmlich. Wurden im Original Passagen noch geshoutet, werden sie jetzt gesungen. Waren sie laut, sind die plötzlich leise und und endete der Vers akkurat auf den Beat, wird die Note jetzt voll ausgesungen und, wie ich finde, “künstlich am Leben erhalten”.

    Freunde des gepflegten E-Basses kommen auf ihre Kosten, hier hat man aufgedreht und ja, auch die Gitarren haben mehr “Volumen”. Mehr Volumen heisst aber nicht, dass die Riffs jetzt gleich noch fetter sind und geiler klingen.
    Druckvoller, ja von mir aus – aber nur aufgrund der anders abgemischten Bässe und Gitarren.
    Härter? No fucking way!

    Es klingt halt wirklich einfach eher nach 2017, als denn nach 1997. Ob man angesichts dessen, den “Spirit” der 90er überhaupt erhalten kann, sehe ich doch eher kritisch.

    Das 2017er Open your eyes (So heisst der Song – nicht Proud like a god!) geht immer noch vorwärts – zum Glück, sonst wäre ich auch derbe pissed, allerdings erinnert mich das Featuring mit Jones eher an Gruppen wie House of Pain oder Run DMC, aber nicht an Oldschool Gangsta Rap.

    Warum gerade “Crossing the Deadline” besonders gut gelungen sein soll, kann ich im übrigens so wirklich nicht nachvollziehen.
    Abermals: Mit Ausnahme der (minimal) geänderten Abmischung des Sounds gleichen sich 2017er Mix und Original wie ein Ei dem Anderen. Selbst die Tracklänge von Original und Remix ist identisch.
    Stimmt. Vorwärts geht der Song alle mal. Und dass schon seit 20 Jahren….

    Vielleicht hätte ich mich über ein “neues” Album in diesen Stile gar nicht beschwert, doch für mich, der a) das Original Album besitzt, b) dieses XXer besitzt und c) die Kapelle vor 4 Tagen live gesehen hat, ist es NICHT gelungen. Es werden jetzt sehr “schwere” Worte, welche ich gleich benutze, doch der Inhalt beschreibt sehr gut, was ich vermitteln möchte. Meiner Meinung nach haben die Guano Apes mit ihren neu eingespielten Versionen ihr eigenes Erbe beschmiert.
    Als ein be- oder durchdachtes Reissue würde ich es daher beim besten Willen nicht bezeichnen wollen.

    Bemerkenswert hingegen finde ich die drei “unveröffentlichten” Songs. Diese sind nämlich alles andere als unveröffentlicht, da es – und jetzt Achtung – sehr gute Coverversionen bekannter (und veröffentlichter) Songs sind.
    Als da wären David Bowies “this is not america”, Eminems “Lose Yourself” und, mein persönlicher Favorite, Depesche Modes “Precious”.
    Diese sind richtig gut, überraschen und kupfern das Original nicht einfach nur schnöde ab, sondern verpassen ihm einen wirklich neuen Anstrich, der den jeweiligen Songs sehr gut steht! So toppt “lose Yourself” The Scripts Version bei weitem und zeigt Eindrucksvoll, was Crossover eigentlich ist, Depeche Mode holt man gekonnt aus dem Synthie-verseuchten 80ern und zaubert eine Rock-Ballade mit Tempo, David Bowie würde sicher Kopfnickend der Apeschen Version von “This is not America” lauschen und verschmitzt lächeln.

    Fazit: Die Remixe sind völlig in Ordnung. Allerdings ist der Unterschied zur Vorlage hier eher marginal. Den neu eingespielten Versionen mangelt es am gewissen Drive und sie verlieren dem Original gegenüber haushoch. Die “neuen” Songs, drei (Als Tribute zu verstehende) Coverversionen sind richtig gut. Die Vorlagen selbst waren hier schon sehr stark und sind bereits “Klassiker”, hier schafft man es, einen neuen Klang bekannter Stücke zu erzeugen – und zwar einen Klang, der dem geneigtem Guano Apes Fan (auch der ersten Stunde) durchaus gefällt!


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