Isotopes – 1994 World Series Champions

Die Isotopes bezeichnen sich als Baseball-Punk-Rock-Band. Konsequenterweise ist das neue Album dann auch mit „1994 World Series Champions“ betitelt. Denn – für die die es nicht wissen – in Nordamerika ist man gleich direkt Weltmeister wenn man die nationale Baseball-Meisterschaft gewinnt. Das ist also ungefähr so wie wenn Bayern München (mal wieder) die Bundesliga für sich entscheidet und dann den Titel Weltmeister 2017 tragen darf. Auch wenn Baseball die Breitensportart schlechthin ist, bescheiden geht anders.

Woher die Liebe der Band aus Vancouver (Kanada) für die Sportart kommt entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls ist das Konzept bei den Isotopes konsequent zu Ende gedacht. Wenn schon Baseball, dann richtig. Soll heißen: Auch inhaltlich geht es um die Sportart. So handelte die Vorab-Single „Legend of George Brett“ von ebendiesem Mitglied der „Hall of Fame“, der sich im Bellagio Casino (in Las Vegas) mitten in der Lobby mal in die Hose gemacht hat. Das findet die Band anscheinend ziemlich cool: „It ain’t a party ‚’til your pants have been ruined. Party on!“ Kann ja mal passieren. Ob ein solcher Vorfall allerdings derart breitgetreten und glorifiziert werden muss weiß ich auch nicht.

Interessant ist der Hintergrund des Alben-Titels „1994 World Series Champions“. Im Jahr 1994 gab es nämlich gar keinen richtigen Baseball-Meister. Grund: Die Saison 1994 wurde im September wegen eines anhaltenden Streiks der Spieler-Vereinigung abgebrochen. Das wiederum finde ich ja ziemlich stark. Ein solches Ereignis stelle man sich hierzulande mal vor: Fußball-Stars gehen auf die Straße für mehr Geld, weniger Arbeit und mehr Sozialleistungen. Die Vereine sagen „Nein“ und dann wird die Saison einfach nach 29 Spieltagen beendet. Für jeden Fußball-Fan wohl ziemlich skandalös und kaum vorstellbar.

So viel zum Sport, kommen wir zum Wetter … äh … zur Musik. Von den sportlastigen Texten abgesehen, spielt die Band eingängigen, melodiösen und mitsingtauglichen Punkrock. Das kann was. Schiebt schön und macht Laune. Einflüsse alter Schule (77-Punk!) treffen auf moderne Kantigkeit und Coolness. Play Ball! Oder Musik halt.

Vielleicht schafft es ja eine Band Baseball bei uns etwas populärer zu machen. Die Sportart wird nämlich diesseits des Atlantiks vollkommen zu Unrecht derart missachtet. Wer Lust hat mal ein paar Bälle zu werfen oder zu schlagen möge sich melden. Ich habe irgendwo noch meine Ausrüstung aus Kindertagen im Schrank liegen.

 
Details

  • Band: Isotopes
  • Titel: 1994 World Series Champions
  • Label: Destiny Records
  • Veröffentlichung: 13. April 2017

 



Dieser Beitrag wurde am von Fabian veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags:






Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Adolescents Alte Sau Anti Flag Authority Zero Barb Wire Dolls Cancer Carl Bârat Deadly Sins Disco Ensemble Donots Dropkick Murphys Eastfield Egotronic Ein Gutes Pferd Feine Sahne Fischfilet Flogging Molly Garden Gang Get Dead Grape Harry Gump Hounds & Harlots Itchy Poopzkid Johnossi Justin Sane KMPFSPRT Koeter Kotzreiz Love A Misconduct Mr. Irish Bastard MxPx Neon Bone No Fun Pascow Peppone Radio Havanna Rantanplan Raptus Rather Raccoon Schluss mit Lustik Schrappmesser Selling Our Weaknesses Stereo Dynamite Templeton Pek Terrorgruppe The Baboon Show The Offenders The Prosecution The Scandals The Sensitives The Sounds The Toten Crackhuren Im Kofferraum The Uprising TV Smith Voodoo Healers