Eigentlich stand für heute eine Lesung von Wiglaf Droste auf meinem Lebenszettel. Aber, aua, der Künstler ist krank, Lesung fällt aus. So was aber auch. Gute Besserung. Dann also früh wieder zuhause. Gut okay, gucke ich ein paar Folgen “Lost”. Staffel drei, DVD zwei. Aber die Süße funkt dazwischen und trommelt mit den Fäusten auf die Tischplatte: “Moment Du unglaublich gutaussehender Freund, Du hast mindestens drei Folgen Vorsprung. So können wir nicht weitergucken, wir müssen erst wieder Ausgleich schaffen”. So oder so ähnlich wird sich die Aussage wohl zugetragen haben. Na gut, lasse ich mich eben alternativ anschreien, legen wir mal die CD von “Mein Kopf ist ein brutaler Ort” in den CD-Player. Mein Kopf ist allerdings gerade ein relativ sensibler Ort, aber nun ja, wir hören mal rein:
Aha, so klingt also Metal heutzutage. Vielleicht klang Metal auch gestern schon so. Was weiß ich denn von Metal? Eben. Nüscht. Die CD heißt “Neue deutsche Schelle”, kann man, muss man aber nicht unbedingt. Deutsch. Naja. Neue deutsche Härte. Alles irgendwie negativ besetzt. Das Bandinfo schreibt: “Metal mit deutschen Texten, mitten ins Gesicht”. Soweit kann ich zustimmen. Erinnert mich ein kleines bisschen an die Baffdecks, aber leider fehlt der Punkarschtrittfaktor. Vermutlich fehlt der gar nicht, aber mir doch. Etwas fehlt.
Man kann sich das mal anhören. Deutsch-Metal. Besser als Deutsch-Rock. Texte sind okay. Pathos schwingt mit. Musik ist etwas überfrachtet für meine Ohren. Für Metalfans sicherlich okay, für mich ist da zu viel Gefrickel drin. Eher nervig. Track 4 heißt: “Ich nehm alles in Kauf”. Mag ja sein, ich aber nicht. Metal Ohren hinhören, da gibt es, vor allem textlich sicherlich schlimmere, beziehungsweise viel verwerfliche Sachen. Auf mindestens ein Ohr lege ich mich jetzt zumindest besser drauf.