Taubertal 2015: Ein Rückblick

Zum 20-jährigen Jubiläum des Taubertal Festivals waren auch wir dieses Jahr wieder mit von der Partie. Vier Tage lang brachten verschiedene Größen der Musikszene 14500 Menschen zum tanzen, schwitzen und abgehen. Hier eine kleine Zusammenfassung dieses wunderschönen Festivals.

Donnerstag – Freitag

Donnerstag Abend spielten im Steinbruch, eine von insgesamt drei Bühnen auf dem Taubertal Festival, zunächst Boppin B, welche ich leider verpasst habe und anschließend die Jungs von Sondaschule, eine der bekanntesten deutschen Ska-Bands (wobei ich persönlich das als Pop-Ska bezeichnen würde), auf. Auch wenn wohl nicht der Geschmack jeder Person auf dem Gelände, schafften es die Jungs durch ihre gewohnt ironisch-humorvollen Texte und einer energischen Liveshow den Einstieg in das Festival gelungen sein zu lassen. Anschließend legten die Jungs von der PandaParty ihre legendären Beats und Mashups auf! Ein durchaus gelungener Abschluss des ersten Abends. Zur Stimmungsmache hatten die Männer ein paar Tänzerinnen und Breaker unterstützend auf der Bühne, welche durch grazile und gekonnte Moves die Show perfekt untermalten.

Der Freitag hatte dann schon allerhand Bands zu bieten, aber da ich keine Romane schreiben will, berichte ich hier nun über die Ups and Downs.

Eine ganz große Überraschung für mich waren die vier Männer von Heisskalt. Bis zu diesem Festival hatte ich noch nie von ihnen gehört, aber die Musik hat mich ab der ersten Sekunde sofort in ihren Bann gezogen. Durch ihre tiefgründigen Texte, gepaart mit musikalischer Hochglanzleistung und einer unfassbar krassen Energie auf der Bühne, haben die Jungs sofort mein Herz gewonnen. Heisskalt haben die Bühne einfach nur abgerissen!

Farin Urlaub Racing Team stachen durch die gewohnt beständige, gut strukturierte und organisierte Liveshow hervor, was ich aber auch nicht anders erwartet hatte. Wer so ein Team an Vollblutmusiker_innen hinter sich stehen hat, der muss ja auch was abliefern. Vor der Show hatte ich auch kurz die Gelegenheit mit Farin Urlaub selbst über sein Statement bezüglich Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Flüchtlinge zu sprechen. In gewohnt lässiger Manier betonte er, dass er nicht verstünde, warum nicht alle sich für Flüchtlinge und gegen Rassismus einsetzen würden. Der ganze Typ ist einfach nur top!

The Offspring waren allerdings eine einzige Enttäuschung. Die ganze Band wirkt einfach schon lange nicht mehr so, als hätten sie Bock zu spielen.

Dafür hat aber Olli Schulz, einer der großartigsten Musiker aus diesem Land, den Abend mehr als perfekt gemacht! Er hatte zwar den parallelen Slot zu The Offspring, dennoch war hier wahnsinnig viel los. Die Leute wussten schon wieso. Auch wir sind lieber Olli Schulz anschauen gegangen. Musikalisch ist er immer top und durch Aussagen wie “ihr verpasst bei Offspring nichts, klingt eh alles gleich” oder “der Mischer soll die Anlage mal lauter drehen, damit wir diese UffdaUffda-Musik nicht hören müssen” hat er sich einen festen Platz im Herzen aller Zuhörer_innen gesichert

Last but definitely not least: Kraftklub! Heidanei, was für eine absolut geniale Live-Band! Musikalisch, stimmungstechnisch, gesanglich – absolut on top. Die Jungs wissen definitiv wie man es richtig macht. Absoluter Hingucker hier: die erste Zugabe haben Kraftklub auf einem mobilen Wagen gespielt, welcher mitten in die Menge gefahren ist und sich anschließend per Stagedive-Wettrennen zwischen den Bandmitgliedern zurück auf die Bühne tragen lassen -> großes Kino!

Samstag – Sonntag

Am Nachmittag ging es mit Team Me los. Eine Indie-Band. Irgendwie hab ich oft nicht so viel zu Indie-Bands zu sagen, machen wir also weiter mit Babylon Circus. Für mich definitiv eines der Highlights auf dem Festival! Diese Balkan-Ska-Band kennt ihren Job gut und hätten sie einen späteren Slot bekommen, wäre hier absolut die Hölle los gewesen.

Anschließend spielten die legendären Against Me! auf. Dazu braucht man auch nicht viel sagen. Eine Glanzleistung auf dem gesamten Gebiet, wie immer.

Pre-Headliner an dem Abend waren Madsen. Schon viel zu oft gesehen und tatsächlich noch nie verstanden, warum sie so gehyped werden. Es geht mir einfach nicht in den Kopf. Aus meiner Sicht klingt einfach alles gleich. Just sayin’.

Dennoch musste man Madsen ertragen, wenn man anschließend gute Sicht auf Marteria haben wollte. Alle Marteria Fans kamen voll auf ihre Kosten, da die Band alle Klassiker der beiden Zurück in die Zukunft Platten spielte, während auch die Marsimoto Crew anschließend vom grünen Nebel, im wahrsten Sinne des Wortes, verschlungen wurde. Irritierend fand ich nur, dass bei den Marsimoto Songs viele Anwesenden das Gelände verließen. Definitiv unverständlich, da allein die Marsimoto Show, eingebettet in die komplette Marteria Aufmachung, ein Erlebnis für sich darstellte. Vor allem als Marten mit der Stimme Marsimotos den Song “Auszeit” von Marteria performte. Wenn man darüber schreibt, fällt einem die Schizophrenie in der Szenerie erst wirklich auf. Dennoch gut kombiniert, Herr Marten.

Sonntag konnte man quasi durchgehend an der Hauptbühne abhängern. Anfangen durften die Punker von Get Dead, gefolgt vom Emergenza Erstplaziertem: Ninja Beats aus Japan.

Ninja Beats haben eine ganz schön abgefahrene Mischung aus mehrfach geloopten Ukulelen-Musik, geloopten Beatbox-Beats und teilweise Sprechgesangseinlagen des Beatboxers. Ziemlich krasse Mischung, muss man aber mögen.

Größte Enttäuschung des Festivals war wohl anschließend Ferris MC für mich. Sowohl Show, als auch musikalische Leistung hat mich in keinster Weise beeindruckt. Als er zum Schluss des Auftritts auch noch “Zur Erinnerung” zum verabschieden vom Publikum spielte, wurde ich sogar eher sauer. Ein Song über die enge Freundschaft zu jemandem, der später Selbstmord beging, als Abschiedssong von einem Konzert zu spielen, erscheint mir sehr geschmacklos.

Dafür zeichneten sich die Dropkick Murphys anschließend durch Herz und Menschlichkeit aus. Erst beseitigten sie eine Gummipuppe, die in der Menge rumflog (was für eine sexistische Kackscheiße Leute auch immer auf Festivals fabrizieren müssen), damit anwesende Kinder sowas nicht sehen müssen und danach holen sie auch noch zwei Kinder, die in der ersten Reihe mit ihren Eltern standen auf die Bühne, damit diese vor den Stagedivern sicher sind. Nicht nur, dass die Kinder von da an auf der Bühne die Show verfolgen konnten, nein, sie bekamen beide noch ein Glas Milch und der dazugehörige Papa ein Bier. Das nenn ich mal eine sau coole Band!!!

Geflasht von der Show der Murphys hätte ich fast vergessen, dass eine Band, die gar nicht auf dem Plan stand, sich als weiterer Geheimtipp entpuppte: Schlaraffenlandung! Sie bezeichnen was sie machen selbst als “Awesome HipRock”. Das kann man wohl so stehen lassen. Geht aus meiner Sicht ein bisschen in die Casper Richtung, ohne diese kratzige, raue Stimme. Aber ordentlich abliefern können die drei jungen Männer. Wenn man die Chance hat, diese Band zu sehen, sollte man sie ergreifen. Schlaraffenlandung haben definitiv noch eine steile Karriere vor sich!

Die Beatsteaks lieferten wie immer eine grandiose Show ab. Als Frontsänger Arnim dann auch noch den Gartenschlauch vom Security entgegen nahm um die Menge etwas abzukühlen, war der Abend vollkommen gerettet. Hut ab, Beatsteaks, eine echt gelungene Performance mit wenig SchnickSchnack!

Als letztes durften AnnenMayKantereit auf der Sounds for Nature Bühne performen. Eine Band, die an Tiefsinnigkeit und gelungener Perfektion nicht zu überbieten ist. Die wahnsinnig beeindruckende Stimme des Sängers, gepaart mit der wundervoll begleiteten Gitarre und dem Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug, sorgen einfach für durch die Bank weg, freudige Gesichter. Performance technisch braucht man hier zwar nicht viel erwarten, aber alles außerhalb ihrer Show würde auch nicht dazu passen. Sänger Henning bewegt sich von seinem Mikrostativ nicht weg, muss er aber auch nicht. Genau so, wie sie es machen, machen sie es richtig.

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