Akne Kid Joe – Die große Palmöllüge

„Worüber sind die so wütend?“ „Über alles!“


Vielleicht nicht über alles, aber doch über vieles sind Akne Kid Joe wütend: Kapitalismus, Sexismus und Rassismus werden auf „Die große Palmöllüge“ durch die Bank musikalisch diskutiert, angeprangert und durch den Kakao gezogen. Aber diese Probleme sind ja auch weit davon entfernt gelöst zu sein. Insofern ist eine Erneuerung dieser Kritik durchaus angebracht. Zumal wenn dies in einem Gewand wie bei Akne Kid Joe geschieht – mit einem gewissen Augenzwinkern und trotzdem den Finger genau in die Wunde gelegt.

So wird in „Sarah (Frau, auch in ner Band)“ das Patriarchat angeprangert. Gut so. Als Gastsänger (Alex Pascow) macht sich ein Mann dafür stark, dass die Bühnen dieser Welt kein Macho-Platz für Männer sind. Frau und Mann, Seite an Seite im Kampf gegen männliche Unterdrückung, Mansplaining und Co. Auch wenn es zu bezweifeln ist, vielleicht fühlen sich so endlich mal die richtigen Personen angesprochen?

„What AfD thinks we do…“ ist ein weiteres Ausrufezeichen. Anscheinend gibt es gewisse Aluhut-Träger, die die “Theorie” verbreiten, dass es von der Antifa bezahlte Demonstranten gäbe, die von Demo zu Demo gekarrt werden. Hoch vergütete Berufsdemonstranten also, die Tag ein, Tag aus nichts anderes tun als gegen Bezahlung dagegen zu sein.

Zwischen „Thermomix und Webergrill“ beschäftigt sich mit den essentiellen Dingen des Lebens. Was ist besser? Thermomix oder Weber Grill? Klare Antwort: Beides! Denn Punk ist Geld und der wohlsituierte hippe Punker von Welt kann selbstverständlich weder ohne das eine noch ohne das andere. Zucchini Scheiben auf einem profanen Holzkohlegrill? Geh bitte! Suppe ohne Thermomix kochen? Was für ein Verfall der Sitten!

„Gestern Emergenza“, „Dagmar Wöhrl“ und „Nachbarn“ sind weitere Anspieltipps auf der knackig rauen – durchwegs gelungenem – Deutschpunk-Scheibe, die es auch auf Vinyl gibt. Mal mit weiblicher, mal mit männlicher Stimme. Aber immer mit schön gerolltem R im Zungenschlag, auf der Höhe der Zeit und wohlakzentuierten Synthies. Musikalischer Ausreißer ist die letzte Nummer auf der Platte (Thermomix / Weber Grill): Zu Punkklängen gesellen sich dank H.C. Baxxter 90ies-Dance-Trash Töne.

Die Band erklärt ihre Songs im Übrigen selbst auch ganz gut:


Musik hören ist anstrengend. Jetzt erstmal angrillen. Auf dem Weber Grill versteht sich.





Dieser Beitrag wurde am von Fabian veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags: ,






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