Lost Count – In My Head

Lost Count - In My HeadJung, dynamisch, talentiert und ausbaufähig – das Duo von Lost Count zeigt so manchem Newcomer, wo es lang geht.

Das klingt zwar wie eine Schlagzeile aus den Känguru-Chroniken, so ist es aber nicht gemeint. Irgendwo zwischen Progressive Rock, Indie und Alternative treiben Johannes (Gitarre/Gesang) und Jonas (Drums) ihr Unwesen. Eigentlich sollte man eher sagen, irgendwo dazwischen fabrizieren die Beiden etwas, wovon sich andere Künstler_innen eine Scheibe abschneiden könnten. Die 11 Songs lange Platte bewegt sich zwischen Drama, Trauer, verletztem Selbstwert… jedoch immer mit purer Emotion! Ich liebe es, wenn man spüren kann, was der Sänger empfindet – Gänsehaut pur! Viel Liebe an dieser Stelle von meiner Seite <3

Ohne Kritik kommt so eine Review aber doch nicht komplett aus. Ich persönlich steh ja darauf, wenn der Sound etwas unfertig klingt, nicht komplett abgerundet und glatt gebügelt, sondern mit Ecken und Kanten auffährt, falls man versteht, was ich meine. Zumindest geht es mir meistens so. Wenn die Ecken und Kanten zu viele werden, ist es jedoch nicht mehr markant, sondern schlecht produziert. So schlimm ist das bei „In My Head“ bei aller Liebe noch nicht, keine Sorge. Jedoch merkt man eindeutig, dass viel Selfmade ist und man mit dem richtigen Producer vielleicht an mancher Stelle noch mehr aus dem Material hätte heraus holen können. Beispielsweise beim Recording der Vocals sind wohl doch ein paar Fehler untergekommen. Bei „Is It True“ oder „The Sun“ fällt mir das besonders auf. Der Klang wirkt etwas nasal, ab und an wird der Ton verfehlt, grundsätzlich hätte Hall auf der Stimme der Tonqualität mit Sicherheit nicht geschadet. Bei „Is It True“ ist zumindest in der zweiten Hälfte des Songs davon aber nichts mehr zu spüren, hier wird es dynamischer und kraftvoller, wodurch die Stimme wieder an Stabilität dazu gewinnt. Beim Titelsong „In My Head“ hatte ich mir allerdings wirklich mehr erhofft. Gerade bei diesem Song hätte man so viel daraus machen können.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde die Platte absolut super! Gerade „Is It True“ hat mich absolut abgeholt! Ebenso fand ich den kompletten Aufbau von „Can’t It Be Over Soon“ einfach einwandfrei. Auch „Lost“ bricht ihre bisherigen Spielprinzipien auf und bringt etwas anderen Wind in die Platte. Prinzipiell würde ich mir dennoch wünschen, dass die Jungs ein bisschen weg kommen von ihrem Aufbauschema der Songs. Viele fangen ruhig an, steigern sich und werden dann etwas härter. Kein verkehrtes System, jedoch haben die Jungs auf jeden Fall genug Talent, um sich einfach mal zu trauen aus ihren gewohnten Schemata auszubrechen.

Grundsätzlich kann ich Lost Count definitiv empfehlen. Schon lange habe ich keine so ambitionierte Band gesehen, die tatsächlich hinter dem steht, was sie tut. Und wir alle wissen, dass ich definitiv nicht mit Kritik spare 😉

Dennoch muss ich es einfach zugeben. Ich bin wohl ein bisschen verliebt.

Anspieltipps
Is It True
A Man Like Me
Can’t It Be Over Soon



Dieser Beitrag wurde am von Anna veröffentlicht • Kategorie: Tonträger Reviews • Tags:






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