Beiträge von: Benni


Es war Mord – Unter Kannibalen

„Es war Mord“. Punk. 5 Leute. Und auch bekannte dabei, denn es machen welche von „Vorkriegsjugend“, „Zerstörte Jugend“, „Jingo de Lunch“, „Kumpelbasis“, „Skeptiker“ oder etwa „Substantinopel“ mit. Dies hier ist die erste komplette LP und heißt „Unter Kannibalen“ (zuvor gab’s nur ein Tape mit ein paar Liedern, die z.T. auch jetzt auf der LP sind). Ganz frisch nun seit dem 23.06.2017 ist das alles draußen auf dem Label SOUNDS OF SUBTERRANIA!. Dazu gab’s die Record Release-Party im Supamolly in Berlin am selben Tag. Aufgenommen wurde die Platte beim Gitarristen Tom Schwoll im, na klar, 3mal darfste raten: Schaltraum Aufnahmestudio in Berlin. Sagen wir es vorneweg: der Bandname ist einfach und genial, dazu ein passender Albumtitel, gute und auch unbequeme Texte („Alle bilden sich eine Meinung / Ich will einen Papierkorb“) sowie spannendes und abwechslungsreiches Songwriting, das an Dir nagt und sich ins Hirn frisst. Top! Kann man absolut nicht meckern.
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DxBxSx – Wer will denn das

Eendeutig die zweete Seite. Ditt is eendeutig die zweete Seite, die mir bei der Scheibe mehr abholt. Ditt liegt vielleecht och ‘n bisschön dran, datt DxBxS ditt durchaus verstehen, de Lager zu teilen. Soll nich heeßen, da wär nich für viele wat dabei, die so uff ‘n bisschön Stoner und (lieg ick falsch?) so Schweenerock stehen oder ne bestimmte politische Grundhaltung ham. Spalten tut dat Janze aber, weil se och Punk sind: politisch, direkt, unmissverständlich. Ditt spaltet eben. Soll aber och heißen: mit de Art Texte können die eenen wohl mehr, de anderen wohl wenjer wat anfangen, weil se (tun wa ma unverfrorener Weese so als wärn ditt jenuine Berliner Probleme) ditt een oder andere bestimmte Problem (Gentrifizierung, Ignoranz der Polizei, permanent prekäre Lebenssituationen, Kinder und Familie, die Um-den-heißen-Brei-Tänze bestimmter Konzertveranstaltenden usw. usw.) ebenfalls jenau so oder so ähnlich kennengelernt haben und am eegenen Leib erfahren haben oder eben nich. Und ob diese janze Berliner Schnauze authentisch is, weeß ick nich. Hat aber oof jeden Fall Konzept. So und jetzt ist der Witz überstrapaziert. Es geht los. » Weiterlesen



Affenmesserkampf – Clowns in Wut – ein deutsches Herz hat aufgehört zu schlagen IV (LP)

Wenn sich zwei streiten, freuen sich beide. Dorsch und Benni vom TrueTrash Fanzine wollten beide die neue AFFENMESSERKAMPF Platte besprechen, da haben sie es kurzer Hand zusammen gemacht – 1:1-Style. Das wuchs sich natürlich zu allem anderen als einer bloßen Review aus. Trotzdem ging’s dabei – wie bei Allem hier – natürlich nur um die Musik. Und los geht’s:

1. „Affenmesserattitude“

Dorsch: So Benni. Dann wollen wir uns mal der neuen Affenmesserkampf Platte widmen. Stück für Stück. Affenmesserkampf habe ich vor allem wegen des ersten LP-Covers in Erinnerung. Aber eigentlich auch kein gutes Zeichen, wenn man sich eher an das Cover, als an die Musik erinnert. Egal. Das letzte Album ist irgendwie an mir vorbeigesegelt. Jetzt also ein neues. Das dritte. Bei GUNNER RECORDS. Erster Song ist schon mal so wie erwartet. Erinnert mich ein bisschen an die erste Platte von „Nein Nein Nein“, nur leider ohne deren Anti-Coolness. Sind Dir die früheren Platten geläufig?

Benni: Zum ersten Mal gestoßen bin ich auf Affenmesserkampf über Webradio, damals als es noch „Kopfpunk“ mit Marko Fellmann über Punkrockers-Radio gab (youtube.com/watch?v=ywsV8JK_94k und youtube.com/watch?v=8HYgtwRAnDo). Die Alben „Seine Freunde kann man sich nicht aussuchen“ und „Doch“ sind trotzdem auch an mir vorüber gegangen. Dieser Kieler Dialekt hat mich nie abgeholt. War mir immer zu viel Werner und Brösel, auch wenn die Band, wie ich lernen konnte, ihren Namen aus einer Simpsons Folge hat. Song 1 „Affenmesserattitude“ ist ein guter programmatischer Opener. Ich verstehe, was Du meinst mit der ersten Platte von „Nein Nein Nein“, aber ich finde die Coolness steht den Affenmessern hier erstmal ganz gut zu Gesicht. Muss ich live sehen! „Affenmässä wäs? AFFENMÄSSÄRÄTTITUDE!“ » Weiterlesen



Krälfe – Konserve / CD-Besprechung + Konzertreview: Berlin, Schokoladen, 28.04.2017

Hier heute mal Tonträger-Besprechung und Konzertreview in einem. Es geht um:

KRÄLFE aus Berlin. Minimal – Noise – Rock. Ein Duo hauptsächlich bestehend aus Schlagzeug und Bass. Zumindest bis vor kurzem, denn zu zweit sind Krälfe zwar geblieben, jedoch mischen sich nun auch Gesangparts von Cläre Caspar (Schlagzeug) dazu und Ralf Küster (Bass) nimmt nun hin und wieder auch die Gitarre zur Hand. Das ist eine Entwicklung der jetzigen Platte, die seit dem 05.05.2017 auf TUMBLEWEED RECORDS erschienen ist, einem Label, das zumindest ich, wie beim Aufstehen und Durchdeklinieren in der Schulklasse damals, wie aus dem FF mit Bands wie KLOTZS, AUßER ICH, GRAFZAHL, LAUTER BÄUMEN oder auch PECHSAFTHA assoziiere. » Weiterlesen



Auf der Suche nach Beweisstücken mit „Der feine Herr Soundso“ – Ein Interview

Der-feine-Herr-Soundso_-_Promofoto_3Hamburg, Lobusch. 1. April, gegen 20:30. Ich bin verabredet mit Bernd, zwote Gitarre in der Punkrockband DER FEINE HERR SOUNDSO aus Hamburg, und gucke erneut auf mein Telefon. Nix. Gut, geh ich mal raus und telefoniere, bevor hier gleich Soundcheck ist und ich eingespannt bin. Draußen an der Ecke vorm Laden: ein Typ mit Käppi und DER FEINE HERR SOUNDSO-Platte unterm Arm, hastig etwas in sein Telefon hämmernd. Ist bestimmt Bernd… Es ist Bernd. „Ach, Hi! Ja, da bin ich, wollt Dir grad schreiben. Cool, dass das geklappt hat!“ – „Ja, ich wollte auch grad mal nach Dir schauen. Ist die Platte etwa für mich?“ – „Ja klar, hier, bitte! Wollen wir rein?“ – „Jo, lass machen.“

Das schöne am Verreisen – ob nun für Konzertbesuche, mit der eigenen Do-It-Together-Gruppe (z.B. Band) oder sonst irgendwie – ist, dass Du Leute treffen kannst, mit denen Du sonst nur über Mail, Skype, Telefon oder Brief Kontakt halten kannst. Wie gut also, dass DFHS (für die Checker*innen unter Euch), die vor kurzem über BAKRAUFARFITA RECORDS und HOCHDRUCK-MuSick ihre erste kleine Veröffentlichung auf 12” Vinyl mit 45 Umdrehungen rausgebracht haben, allesamt in Hamburg wohnen und ich mit den Jungs mal ein Interview planen konnte. Im Lobusch sind Bernd und ich heute, da wir uns ja noch nicht kennen, um uns mal ‘zu beschnuppern’. Aus unsern Gesprächen haben sich einige Interviewfragen ergeben, zu denen mir dann per Mail alle ‘feinen Herren’, namentlich Claas, Bernd, Ben und Hannes, Rede und Antwort standen. Das Resultat seht ihr hier: » Weiterlesen



Jyväskylän Meininki: A Punk Documentary

(A German speaking version of this interview was first published in Trust Fanzine #183.)

Somehow this is the second part of my brief portrait on the DIY and punk scene in Jyväskylä, Finland. ‘Somehow’ because this here is going to be an interview and no monologic report. But, who will be interviewed? For that, a short version of how we got here:

I was waiting at that glade since an hour or so. One of the local punks in Jyväskylä told me the other day during midnight-dusk, if I would wait 1-2 hours at one spot, it would be pretty likely to encounter some wild animals. – But: nothing. No peep whatsoever. Was it naive to think that one would find here a perfect idyll? That perhaps a moose would cross my way or some weasel? That it perhaps by night – under the Northern Lights – would stand in front of me and I – in shock and awe – would say: „Wow!“? – Instead: all mooses are dead. Apparently. These animals are more and more migrating to Brandenburg now, I heard, and remembered a rather trivial report from a small town’s newspaper right at the boarder to Poland.

The sound of an incoming text message immediately disrupted the silence, which from time to time was only disrupted by the roar of an Off-Road-Motorcycle far away, mingling itself together with the grey in grey daylight. It was Olli. The same local punk who told me that in Finland you might be able to actually see animals in the wild. Pah! He wrote: „Look, you wanted to know how it is with punk and everything here in and around Jyväskylä. There is this guy, Mikko, who is currently working on a documentary about this whole stuff. The documentary is planned to be released in October 2016. With him you can talk for hours about that. Here his number.“ » Weiterlesen



R.Z. Amok – We are Geldgeil! Das Meisterstück (LP)

RZ Amok CoverHallo Freunde! Auf geht’s zu einem lustigen Tanzspiel! Wir machen eine musikalische Weltreise und Sie werden sehen, es macht Spaß. Eine Dame oder ein Herr macht den Anfang und alle andern marschieren hinterher und bilden eine lange Schlange. Und wenn wir viel Leute sind, dann machen wir gleich zwei Schlangen. Und jetzt geht’s los!

Na na na na nanana na na na na nanana Na na na na nanana na na na na nanana! – So fangen doch bitte Punk-Platten an, vor allem dann, wenn sie aus den Tiefen der 80er kommen. Im hier vorliegenden Fall 1985. Ich halte in Händen eine Wiederauflage (oder besser gesagt: eine komplette Neuauflage) der Band „R.Z. Amok“, wiederveröffentlicht auf Victors und Tobias’ Berliner Label „Rotten Totten Records“, die es sich schon seit längerer Zeit zur Aufgabe gemacht haben, Vergessenes oder lang Vergriffenes aus den Weiten des 80er-Jahre-Punkäthers wieder auf hiesige Datenspeicher zurück zu (ver)bannen.
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Lügen – Demo (Tape)

Mal eine längere Review. Weil das so kann und soll.

Es ist relativ offen, ob es sich bei dieser hier vor mir liegenden ersten Veröffentlichung der Band „Lügen“ aus Dortmund um ein Demo-Tape handelt oder um ein Mini-Tape mit dem Titel „Demo“. Beides wäre möglich. Entgegen oftmals weit verbreiteter Auffassung, Demo-Tapes hätten doch irgendwie immer den Anstrich der Vorläufigkeit und seien eine Art Würfelergebnis, fördern „Lügen“ da (wie sicher viele andere Bands neben ihnen auch) einen ganz anderen Eindruck: die 4 Songs bieten einen sehr soliden Sound, der nach vorne geht und alles daran ist bis in jede Faser gewollt. Sperrig ist es natürlich einfach durch den vielfachen Wechsel von mal mehr gesungenen und mal mehr gesprochenen Passagen und der sehr dezentralen und queren Art und Weise des Gitarrenspiels. Aber das ist keinesfalls anstrengend, sondern eher antreibend. Den teilweise untergehenden bis verschwimmenden zweiten und dritten Gesang, der in Reviews zuvor mal moniert wurde, kann ich so nicht bestätigen. Pluralität von Stimmen über- und nebeneinander erzeugt diesen Effekt eben und ich bilde mir gern ein, dass das hier genau so auch Teil der Absicht gewesen ist. Habt ihr das mal auf Tape gehört? Im Übrigen liegen die Texte in einem selbstgemachten Textheftchen bei. Kann mensch also alles nach- und mitlesen.
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„Das Stellen vieler Fragen ist nicht einfach. Die Antworten sind schwer zu finden“ – Peppone’s LP „Ohne Grund“ Track-by-Track

18:50. Hauptbahnhof Magdeburg. Zum zweiten Mal in einem Jahr in dieser Stadt, die so Sonderbarkeiten zu bieten hat wie eine „Pawlow Poliklinik“ oder „Günters Imbiss“. Diesmal bin ich allerdings nicht im Libertären Zentrum und auch nicht mit der eigenen Band unterwegs (Danke an dieser Stelle noch einmal an Alex und Co. vom Libertären Zentrum! Wir hatten im November 2016 eine gute Zeit bei euch!).

Stattdessen nun treffe ich Peppone aus Magdeburg/Potsdam, hauptsächlich Magdeburg, denn da proben die Jungs und spielen heute Abend ein Konzert an einem mir noch unbekannten Ort der Stadt. Ganz halb-geheim. Freunde, bekannte Gesichter, entferntere Gestalten und so weiter sind dabei. Nun kam ja die neue Peppone LP mit dem Titel „Ohne Grund“ offiziell schon irgendwie im Herbst 2016 raus, so richtig wirklich aber dann erst im Dezember. » Weiterlesen



Jyväskylän Meininki: A Punk Documentary

Eine weitere Punkdoku. – Uff. – Aus Finnland. – Hm. – In Jyväskylä. – Wo, Was?! – Name: „Jyväskylän Meininki“. – Bitte wie!?

Ich spüre die skeptischen Blicke, wie sie auf diese Zeilen starren und darauf warten, dass jemand auf play drückt und ich den üblichen Info-Kanon abspule. Nun gut, folgendermaßen sieht es aus: Ich war ein Jahr (von Oktober 2015 bis September 2016) genau dort in dieser Stadt und konnte die letzten Züge der Fertigstellung dieser Dokumentation sozusagen von nah mitverfolgen. Ich hatte das große Los, mit Leuten, die darin zu sehen sind, und mit Leuten aus dem DIY Kollektiv, die diese Dokumentation auf die Beine gestellt haben, zu reden und einige von ihnen auch gezielt zu interviewen. Es ist seltsam, jetzt, nachdem ich diesen Film soeben gesehen habe, etwas darüber zu schreiben. So viele Gesichter, denen ich vorher auf Punkshows, im Plattenladen, in der Sauna, an den Seen oder ‘auf der Straße’ häufiger oder auch mal nur flüchtig begegnet bin, geben nun gebannt auf einem 1stündigen Stream Auskunft über nahezu 40 Jahre Punk in und um die finnische Stadt Jyväskylä herum und gehen dabei viel und auch reflektiert ins Detail. » Weiterlesen



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